Co-Location bezeichnet die gemeinsame Nutzung eines Netzanschlusspunkts durch eine Anlage zur Erzeugung erneuerbarer Energien und ein Batteriespeichersystem. Angesichts sinkender Marktwerte für Solar- und Windstrom bieten Batteriespeichersysteme in Co-Location eine attraktive Möglichkeit, bestehende Photovoltaik- und Windparks wirtschaftlich aufzuwerten. Überschüssiger Strom kann gespeichert und zu einem wirtschaftlich günstigeren Zeitpunkt vermarktet werden.
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ToggleWas bedeutet Co-Location bei Batteriespeichersystemen?
Bei einem Co-Location-Setup wird ein Batteriespeichersysteme direkt am Standort einer bestehenden oder neuen Photovoltaik- oder Windkraftanlage installiert. Beide Anlagen können zentrale Infrastruktur wie den Netzanschluss und den Transformator gemeinsam nutzen. Dadurch lässt sich der Netzanschlussprozess gegenüber einem vollständig eigenständigen Batteriespeicherprojekt unter bestimmten Voraussetzungen vereinfachen. Ob ein neuer oder angepasster Netzanschlussantrag erforderlich ist, hängt vom jeweiligen Projekt und den Vorgaben des zuständigen Netzbetreibers ab.
Warum Batteriespeichersysteme in Co-Location wichtiger werden
Erneuerbare Energien speisen naturgemäß dann besonders viel Strom ein, wenn viel Sonnen- oder Windenergie zur Verfügung steht — also häufig zeitgleich mit vielen anderen Anlagen. Das führt zu einer wachsenden Zahl an Stunden mit niedrigen oder sogar negativen Strompreisen, in denen sich die Einspeisung kaum noch lohnt. Ein Batteriespeichersysteme am selben Netzanschluss kann überschüssige Energie zwischenspeichern und zu einem späteren, wirtschaftlich attraktiveren Zeitpunkt vermarkten.
Welche Co-Location-Modelle für Batteriespeicher gibt es?
In der Praxis lassen sich zwei Grundformen unterscheiden:
- Stand-Alone-Betrieb: Der Speicher nutzt lediglich freie technische Kapazität des bestehenden Netzanschlusses für eigene Ein- und Ausspeisung, unabhängig von der Erzeugungsanlage
- „Echte“ Co-Location: Speicher und Erzeugungsanlage werden technisch und wirtschaftlich eng gekoppelt betrieben, etwa mit gemeinsamer Optimierung der Einspeisung
Regulatorische Anforderungen an Co-Location-Projekte
Co-Location-Projekte können unter anderem im Rahmen der EEG-Innovationsausschreibungen realisiert werden, die eine gezielte Förderung für kombinierte Erzeugungs- und Speicheranlagen vorsehen. Besonders relevant ist Co-Location außerdem für Photovoltaikanlagen, deren reguläre EEG-Förderung ausgelaufen ist (sogenannte Post-EEG-Anlagen), da hier die wirtschaftliche Weiternutzung neu bewertet werden muss.
Wirtschaftliche Vorteile von Batteriespeichersystemen in Co-Location
Für Anlagenbetreiber ergeben sich mehrere Vorteile:
- kein oder ein deutlich vereinfachter Netzanschlussprozess gegenüber einem eigenständigen Speicherprojekt
- höherer erzielbarer Marktwert des erzeugten Solar- oder Windstroms
- zusätzliche Erlösquelle durch Stromhandel und Systemdienstleistungen des Speichers
- bessere Auslastung der vorhandenen Netzanschlusskapazität
Für welche Unternehmen lohnt sich Co-Location?
Besonders relevant ist Co-Location für Betreiber bestehender Solar- und Windparks, Projektentwickler im Neu- und Bestandsgeschäft sowie Eigentümer größerer gewerblicher Aufdachanlagen mit ungenutzter Anschlusskapazität.
Abgrenzung zu verwandten Begriffen
Nicht zu verwechseln mit:
- Atypische Netznutzung: tarifliches Instrument zur Reduzierung von Netzentgelten, unabhängig vom Co-Location-Konzept
- Peak Shaving: zielt auf die Kappung von Lastspitzen im Verbrauch, während Co-Location die Vermarktung von Erzeugung optimiert
- Direktvermarktung: eigenständiges Vermarktungsmodell, das bei Co-Location-Anlagen zusätzlich zum Tragen kommen kann
Zusammenfassung
Batteriespeichersysteme in Co-Location verbinden die Erzeugung erneuerbarer Energien mit einer flexibleren Nutzung des vorhandenen Netzanschlusses. Sie ermöglichen es Betreibern von Solar- und Windparks, Strom zeitlich bedarfsgerechter zu vermarkten, vorhandene Infrastruktur besser auszulasten und zusätzliche Erlöspotenziale zu erschließen. Damit kann Co-Location einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen Weiterentwicklung bestehender und neuer Erneuerbare-Energien-Anlagen leisten. Aufgrund des wachsenden Ausbaus erneuerbarer Energien, begrenzter Netzanschlusskapazitäten und zunehmender Preisschwankungen dürfte Co-Location für Anlagenbetreiber in Deutschland weiter an Bedeutung gewinnen.
Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle rechtliche, technische oder wirtschaftliche Beratung.